Alkohol-MPU

 

Die Alkohol- MPU

Alkohol ist im Straßenverkehr sehr gefährlich, weil er als Nervengift unmittelbar die Gehirnfunktionen beeinträchtigt.

Schon geringe Mengen verschlechtern die Reaktionszeit, schränken die Seh- und Hörfähigkeit ein und lassen Entfernungen sowie Geschwindigkeiten falsch einschätzen.

Zudem steigt die Risikobereitschaft, während das eigene Können massiv überschätzt wird.

Die genauen Auswirkungen im Detail:

  • Verzögerte Reaktion: Das Nervensystem arbeitet langsamer. Auf plötzliche Hindernisse wird zu spät oder falsch reagiert, was den Bremsweg drastisch verlängert.

 

  • Eingeschränkte Wahrnehmung: Die Sehschärfe sinkt, das Sichtfeld verengt sich (Tunnelblick) und die Anpassung an Hell-Dunkel-Wechsel verschlechtert sich.

 

  • Gestörte Koordination: Gleichgewichtssinn, Konzentration und die Feinmotorik (z.B. präzises Lenken oder Spurhalten) lassen stark nach.

 

  • Überschätzung & Enthemmung: Die natürliche Vorsicht geht verloren. Fahrer neigen zu riskanten Überholmanövern, fahren zu schnell und reagieren aggressiver

Eine Alkohol-MPU wird bei Fahrten ab \(1,1\) Promille, Wiederholungstaten oder Ausfallerscheinungen angeordnet. 

Sie beweist dem Gutachter, dass Sie Ihr Trinkverhalten grundlegend reflektiert haben und sicher zwischen Alkoholkonsum und der Teilnahme am Straßenverkehr trennen können.

Die drei Phasen der MPU: 

Die Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU) gliedert sich in folgende Bereiche: 

Medizinische Untersuchung: Überprüfung der körperlichen Verfassung, oft verbunden mit Leberwertetests.

Leistungstest: Reaktionstest am Computer, der Konzentration und Reaktionsfähigkeit misst.

Psychologisches Gespräch: Das zentrale Kernstück. Hier müssen Sie glaubhaft darlegen, warum es zur Tat kam und wie Sie Ihr Verhalten geändert haben.

 

Abstinenz oder kontrolliertes Trinken?

Vor der MPU muss in der Regel nachgewiesen werden, dass die Kontrolle über den Alkoholkonsum zurückerlangt wurde. 

Es gibt zwei Wege:

Abstinenznachweis (Screening): Zwingend bei Alkoholmissbrauch oder -abhängigkeit. 

Drogen- und Alkohol-Screenings (Urin- oder Haaranalysen) müssen meist über 6 bis 15 Monate erfolgen.

Kontrolliertes Trinken (KT): Bei moderatem Konsum möglich. Der Konsum wird stark eingeschränkt und das Vorhaben sollte dann durch MPU-Vorbereitungskurse belegt werden.

Die Gutachter achten auf eine ehrliche und lückenlose Aufarbeitung. Die Antworten sollten gut überlegt sein und nicht auswendig gelernt wirken.

Typische Fragestellungen sind: 

Wie bewerten Sie rückblickend Ihren Alkoholkonsum am Tattag? Warum haben Sie sich damals trotz Alkoholkonsum ans Steuer gesetzt? Wie hat sich Ihr Umgang mit Alkohol seit dem Vorfall verändert und wie sichern Sie dieses Verhalten heute ab?